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      Meldung vom 05.02.2025

      die medienanstalten: Wo Zweifel wachsen, schwindet Vertrauen - Studie Info-Monitor 2025

      Medienanstalten: Wie sich Deutschland informiert – Quellen, Nutzungstrends, Vertrauen und politische Präferenzen

      Vertrauen in Medien und Vertrauen in Demokratie gehen Hand in Hand: Wer etablierten Medien misstraut, äußert häufiger eine kritische Haltung gegenüber der Demokratie. Die repräsentative Online-Befragung der Medienanstalten zeigt, dass sechs von zehn Befragten den etablierten Medien vertrauen – und dass Medienvertrauen, Demokratiezufriedenheit und Parteipräferenz eng miteinander verknüpft sind.

      Der Info-Monitor untersucht, wo und wie sich die Bevölkerung über das aktuelle Zeitgeschehen informiert. Neben Medienvertrauen und politischen Einstellungen analysiert er auch Veränderungen im Nutzungsverhalten sowie die subjektive Bedeutung und Vertrauenswürdigkeit von Informationsquellen.

      Dr. Eva Flecken, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM): „Der Info-Monitor macht sichtbar, wie sich Medienvertrauen wandelt – und welche Herausforderungen damit für eine informierte Öffentlichkeit verbunden sind. Unsere Aufgabe als Medienregulierer ist es, Entwicklungen wie diese sichtbar zu machen und eine häufig gefühlige Debatte mit Fakten zu untermauern. Wenn wir nun feststellen, dass Vertrauen in Medien und Vertrauen in Demokratie Hand in Hand gehen, dann macht es einmal mehr deutlich, welche Schlüsselrolle Medien für unser gesellschaftliches Miteinander zukommt.“

      Albrecht Bähr, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten (GVK): „Der Info-Monitor macht deutlich: Das Vertrauen in die Medien ist ein Gradmesser für die Stabilität der Demokratie. Wer den etablierten Medien misstraut, zweifelt häufig auch am politischen System – eine Entwicklung, die das gesellschaftliche Klima beeinflusst und sich auf das Wahlverhalten und die politische Teilhabe auswirken kann. Hier müssen Medien, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam gegensteuern, indem sie Desinformation eindämmen, Medienkompetenz fördern und die transparente Berichterstattung stärken.“

      Medientypologie als Spiegel der politischen Landschaft
      Der Info-Monitor verdeutlicht mit einer Medientypologie die enge Verbindung zwischen der Einstellung zu Medien und politischen Präferenzen:

      • „Überzeugte“ (22 Prozent): vertrauen stark in etablierte Medien und bewerten sie fast ausschließlich positiv
      •  „Kritische“ (45 Prozent): schätzen etablierte Medien, hinterfragen diese aber differenzierter
      • „Skeptische“ (26 Prozent): vertrauen weniger und greifen zunehmend auf alternative Informationsquellen zurück
      • „Ablehnende“ (7 Prozent): bewerten etablierte Medien fast ausschließlich negativ und haben wenig Vertrauen; stehen dem politischen System häufig kritisch gegenüber

      Die Ergebnisse verdeutlichen außerdem: Personen, die den Medien vertrauen („Überzeugte“ und „Kritische“), sind auch zufriedener mit der Demokratie. Hingegen sind unter den „Skeptischen“ und „Ablehnenden“ deutlich häufiger skeptische oder ablehnende Haltungen auch gegenüber dem politischen System vertreten.

      Vertrauen in Medien und Demokratie – eine Frage der politischen Präferenz?
      Rund 60 Prozent der Befragten vertrauen den etablierten Medien. Besonders hoch ist dieses Vertrauen unter Jüngeren und Menschen mit hoher formaler Bildung, während es in Ostdeutschland und unter AfD-Affinen am geringsten ausgeprägt ist.

      Die Studie zeigt zudem eine direkte Verbindung zwischen Medienvertrauen und Demokratiezufriedenheit: Wer etablierten Medien misstraut, steht auch dem politischen System kritisch gegenüber und umgekehrt – besonders ausgeprägt in Ostdeutschland und bei AfD-Affinen.

      Soziale Medien: Ungezielter Konsum und wenig Vertrauen in Informationen
      Menschen informieren sich heute anders – oft ungezielt, besonders in Sozialen Medien, wo Informationen beiläufig konsumiert werden, während klassisch informierte Gruppen gezielt Nachrichtenquellen ansteuern. Das beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung politischer Debatten, es erschwert auch die bewusste Auseinandersetzung mit Informationen und das Vertrauen in deren Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig genießen soziale Medien das schlechteste Image unter den Informationsquellen: Die Mehrheit fordert strengere Maßnahmen der Plattformen gegen Desinformation.

      Nachrichtenvermeidung und Desinformation: Wie Medien Vertrauen zurückgewinnen können
      Ein Viertel der Befragten vermeidet Nachrichten bewusst – oft wegen der hohen Dichte negativer Berichte oder mangelnden Vertrauens in die Inhalte und Absender. Zudem betrachten vier von fünf Befragten Personalisierung, Desinformation und Hassrede in Sozialen Netzwerken als Bedrohung für Gesellschaft und Demokratie. Die Erwartungen an Medien sind klar: Ein stärkerer Fokus auf Relevanz, Aufklärung und Transparenz ist notwendig, um Vertrauen in Medien und politische Prozesse zu stärken.

      Die vollständigen Ergebnisse sowie weitere Informationen zum Info-Monitor 2025 sind auf dem Forschungsportal „Fakten + Impulse“ der Medienanstalten abrufbar: www.faktenimpulse.de .

      Weitere Informationen über die Medienanstalten finden Sie unter: www.die-medienanstalten.de

      (Quelle: die medienanstalten-Pressemitteilung 03/2025 • Berlin 06.02.2025)

      Meldung vom 05.02.2025